Wieso KMU Social Media nutzen sollten - Teil 1

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Viele kleine und mittlere Unternehmern zögern in Social Media aktiv zu werden und nennen hierfür die verschiedensten Gründe: Von „Meine Zielgruppe benutzt keine Social Media, die lesen noch Zeitung“ über „Ich hab' dafür keine Zeit“ bis hin zu „Das ist mir zu gefährlich“ haben wir schon alles zu hören bekommen.
In diesem Artikel wollen wir einen genaueren Blick auf die am häufigst genannten Argumente und Fragen werfen und euch die wichtigsten Gründe nennen, weshalb sich ein Engagement in Facebook, Twitter & Co. für jeden auszahlen kann.

#1 Ist meine Zielgruppe überhaupt Social Media affin?

Zuerst ein paar Fakten: Knapp 30 Millionen Menschen sind in Deuschland auf Facebook aktiv, 11 Millionen Menschen netzwerken über XING und 7 Millionen Menschen teilen ihre Erlebnisse auf Instagram. Dabei kommen die Nutzer aus allen Schichten und allen Altersgruppen, wie die jährliche ARD/ZDF Onlinestudie zeigt.

62,4% der 50 - 59 Jährigen nutzen das Internet täglich. Bei den ab 60 Jährigen sind es immer noch 35,9%. Dabei nimmt jährlich auch die Zeit zu, die Nutzer in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Instant-Messaging Diensten wie WhatsApp verbringen.

Diese Zahlen, sollten auch von Unternehmen im Rahmen ihrer Kommunikationsarbeit nicht mehr vernachlässigt werden. Die Frage lautet also nicht OB meine Zielgruppe in den sozialen Medien vertreten ist, sondern WO! Denn wie bereits oben angesprochen, existiert eine Vielzahl an Plattformen, welche sich je nach Inhalten und Altersgruppen unterscheiden. Die Auseinandersetzung mit den verschiedenen Kanälen sollte also ein 'Muss' für jedes Unternehmen sein, gerade um sich effizient im Internet repräsentieren und damit aus dem vollen Potenzial schöpfen zu können.

An dieser Stelle kommt für gewöhnlich das Senioren-Argument. Das klingt dann so: „Wieso sollte ein Hersteller von Gehstöcken für Senioren in Facebook aktiv sein, wo er hier gerade einmal rund 11% aller Senioren in Deutschland ansprechen könnte, wenn überhaupt?“

Unsere Gegenfrage lautet: Sind auf Facebook eventuell die erwachsenen Kinder unserer Zielgruppe unterwegs, die sich mittlerweile schon um die Pflege ihrer hochbetagten Eltern kümmern? Oder die Enkel, die ihren Großeltern etwas Gutes tun wollen oder auf der Suche nach einem Weihnachtsgeschenk sind? Natürlich!

Was viele Unternehmer oft vergessen ist, dass auf Social Media Kanälen nicht nur 20-jährige Singles auf der Suche nach Katzenvideos oder der nächsten Party unterwegs sind und das Empfehlungsmarketing online genau so funktioniert wie offline.

Social Media ermöglichen es uns neue Wege zu gehen. Eine sich stetig verändernde Landschaft an Plattformen und Gestaltungsmöglichkeiten der Kommunikation, sorgt für immer neue Möglichkeiten potenzielle Berührungspunkte mit dem eigenen Unternehmen zu schaffen. Wobei wir beim nächsten Punkt wären.

#2 Empfehlungsmarketing online

Unsere Agentur ist in Nürnberg beheimatet. Und gerade in einer Stadt dieser Größe kennt jeder jeden. Und so hören wir von Unternehmern immer wieder, dass Empfehlungen das A und O sind. Doch Empfehlungsmarketing findet heute nicht mehr nur offline statt.

Die verschiedenen Social Media Plattformen ermöglichen es jedermann global und in Echtzeit zu kommunizieren. Diese Kommunikation findet jedoch nicht nur auf persönlicher Ebene statt. Menschen loben, bewerten oder kritisieren heute online Unternehmen, deren Service, Produkte oder Dienstleistungen. Die verfassten Inhalte werden auf Bewertungs- oder Buchungsplattformen wie yelp, Tripadvisor, hrs.de, booking.com, über soziale Netzwerke oder andere Social Media Kanäle kommuniziert. Der Einfluss dieser, durch Nutzer generierter Inhalte auf die Entscheidungsfindung anderer Nutzer, nimmt dabei stetig zu. 

2015 recherchierten laut einer Studie von TNS Infratest im Schnitt 59% aller Bundesbürger online, bevor sie einen geplanten Kauf tätigten oder eine Dienstleistung in Anspruch nahmen.

Und wer eine gute Erfahrung gemacht hat, erzählt das auch weiter, sowohl offline, als auch online!
Es ist also wichtig zu wissen, dass bei solchen Recherchen User-Generated-Content (UGC), also Inhalte die von Nutzern selbst verfasst und geteilt werden, eine größere Rolle spielen, als Inhalte die von den Herstellern bzw. Dienstleistern veröffentlicht werden. Menschen suchen nach der Meinung anderer Nutzer, mit denen sie sich identifizieren können. Die Beiträge der Hersteller selbst werden oft nur als Werbung wahrgenommen.

Unsere Welt ist heute vielfältiger denn je. Soziale Netzwerke, Bewertungsplattformen, Verbraucherportale oder Buchungsplattformen helfen Menschen dabei sich zu orientieren und Entscheidungen zu treffen. Unternehmen die bei dieser Suche nicht mehr auffallen, verschwinden auf kurz oder lang aus dem Blickfeld potenzieller Kunden.