Social Media Trends 2018

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2017 gab es so einiges was die Social Media Welt bewegte und nachhaltig prägte. Katzen wurden langsam durch Ziegen, Welpen oder irgendwas noch süßeres ersetzt. "Reingeschaut" und "I Bims" als ganz große Hypes, waren dann aber auch irgendwann durch und auch die ganzen Influencer wussten schon gar nicht mehr wohin mit all den Produktplazierungen.

Influencer Marketing

Quelle: Instagram - nicizgr

Aber mal Hand aufs Herz: Auch wir haben natürlich einiges mitgenommen und wollen uns hier nicht über Vergangenes auslassen. Umso wichtiger ist für uns der Blick nach vorne: 2017 ist passé, wohin geht die Reise in 2018?

Wir haben hier mal einige der Social Media Trends für das kommende Jahr zusammengefasst:
 

#1 Micro Influencer
 

Der Begriff des Influencer Marketings hat sich mittlerweile fest im Sprachgebrauch von Werbetreibenden etabliert. Und auch in naher Zukunft werden geschickte Produktplatzierungen in den Bildern und Videos reichweitenstarker Persönlichkeiten auf Instagram, Youtube und Co. eine große Rolle spielen. Doch wie alle Trends in der weiten Welt der Social Media, entwickelt sich auch das Influencer Marketing weiter. Und so wird in 2018 vor allem eine Gruppe von sich Reden machen: Mirco Influencer!

Leben Influencer in erster Linie von ihren Followerzahlen (auf Instagram >25.000) und der damit einhergehenden Reichweite, so können Micro Influencer zwar um einiges weniger Follower vorweisen (250-25.000), jedoch ist deren Engagement ungleich höher. Und genau das macht sie für Marketer so interessant. Denn einer der Hauptgründe für Social Media Werbung ist die Minimierung von Streuverlusten durch Targeting!


Doch was man schon lange beobachten konnte, hat Markerly anhand von zwei Millionen Influencer Profilen auf Instagram beweisen können: Mit zunehmender Anzahl an Followern, nimmt die Rate des Engagements der User auf dem jeweiligen Account ab. In Zahlen heißt das:
 

Accounts mit einer Followerzahl von unter <1000, können sich an einer Engagement Rate von 8% erfreuen. Bei 1000-10.000 Followern sind es dann noch knapp 4%. Accounts mit über 100.000 Followern verzeichnen ein Engagement der User von knapp 1,7%.


Gut für Micro Influencer, noch besser für kleine und mittlere Unternehmen. Spielten Influencer bisher größtenteils für Unternehmen mit riesen Werbeetats eine Rolle, so wird Influencer Marketing jetzt auch für KMU greifbar.

Die Vorteile liegen dabei auf der Hand:

Durch die festere Bindung zu ihren Followern, können Micro Influencer diesen ein Produkt viel näher bringen. Gleichzeitig werden Streuverluste minimiert. Der Nachteil ist die geringere Reichweite, weswegen je nach Ziel eine Vielzahl an Micro Influencern aktiviert werden sollten.

#2 Temporäre Inhalte - Stories
 

Es hat nicht lange gedauert, bis sich auch bei der Konkurrenz herumgesprochen hat wie das Erfolgsmodell von Snapchat funktioniert: Zeitlich begrenzte Inhalte, welche durch die künstlich knapp gehaltene Verfügbarkeit den Reiz zur Interaktion erhöhen. Greift zu, nutzt die Gunst der Stunde oder die Gelegenheit verpufft. So simpel wie genial. Dieser Mechanismus hat sich bewährt und wurde deshalb just von etablierten Social Media Platformen übernommen. Facebook, Instagram, Whatsapp und jüngst auch Youtube haben die Experimentierphase nun beendet und die sogenannten "Stories" in ihren Applikationen fest integriert. So prangen nun unübersehbar über jedem Feed ikonisierte, runde Profilbildchen, gefüllt mit fangfrischen Inhalten. Und die User nehmen das Angebot dankend an.
 

Dass diese in erster Linie dabei nicht gleich an den psychologischen Mechanismus denken, sondern intuitiv danach handeln, ist für sie selbst natürlich zweitrangig.


Der User erfährt nämlich unmittelbar den Mehrwert für sich: Ein Blick hinter die Kulissen, Work in Progress. Wer schon immer einmal wissen wollte wie 'Bibi' es immer wieder hinbekommt diese perfekten Bilder für ihr Profil zu knippsen, kann ihr jetzt dabei zusehen und den ein oder anderen Trick abschauen. Das wirkt authentisch, unmittelbar und schlägt eine weitere Brücke über den Graben zwischen Sender und Empfänger.

Dies ist vielleicht auch das überzeugendste Argument dafür, weshalb Unternehmen im Jahr 2018 nicht darauf verzichten sollten "Stories" verstärkt in ihrer Öffentlichkeitskommunikation einzubinden. Sie verleihen den sonst so undurchsichtigen Unternehmen einen Hauch von Menschlichkeit und geben den Konsumenten das Gefühl von Kommuniktion auf Augenhöhe. Unbezahlbar!

#3 Chatbots
 

Online ist heute dank Smartphone und Surfstick immer und überall. Gleichzeitig steigt damit aber auch die Erwartungshaltung von Kunden, dass Unternehmen die Reaktionszeit auf ihre Anliegen gefälligst zu verkürzen haben! Das ist für viele Unternehmen mit hohem Serviceaufkommen oft gar nicht mehr machbar. Die Lösung? Chatbots!

Chatbots sind kleine, programmierte Helferlein, die auf Basis verschiedener Algorithmen Unternehmen online dabei unterstützen, Kunden bei bestimmten Anliegen zur Seite zu stehen.

Dabei helfen Chatbots nicht mehr nur dabei auf Nutzeranfragen bzw. Nachrichten einzugehen, sondern können Kunden mittlerweile durch ganze Prozesse z.B. im Online Shop oder auf Social Media Kanälen führen.

Ob Opel's 'Chad', der nützliche Probefahrtassistent, der Nutzern innerhalb weniger Minuten eine Probefahrt im gewünschten Fahrzeug bei einem Händler vor Ort organisiert, oder der Sparkassen Facebook Chatbot 'Kwitt Bote', der säumigen Schuldnern individualisierte Videobotschaften zukommen lässt.

Chatbots ermöglichen es so auch Unternehmen mit vielen Followern, weiterhin personalisiert auf Facebook, Instagram und Co. zu kommunizieren. So können Nutzeranliegen unmittelbar und mit einem Gefühl persönlicher Nähe beantwortet werden.

Ein weiterer Vorteil: Viele Chatbots lernen dabei mit jeder Erfahrung dazu und können so wichtige Daten sammeln. zum Beispiel Aktion A verlangt nach Reaktion B, oder 'passt schon' bedeutet bei fränkischen Kunden soviel wie 'einwandfrei' ;) 

#4 Interaktives Social Media-Marketing
 

Die Matrix rotiert in vollem Gange. Apples neustes High-End Gerät, das Iphone X, ebnet mit seinem Gesichtsscanner den Weg für personalisierte Emojis und Virtual Reality Begegnungen der 3. Art. Geht es nach den sozialen Architekten des Sillicon Valley, so gilt ein Problem als besonders lästig und muss deshalb möglichst schnell angegangen werden: die Rede ist von menschlicher "Offline" - Interaktion.

Ein Treffen mit Freunden im Cafe? Schrecklich, die ganzen Staus, der öffentliche Nahverkehr, Bakterien und die Unmöglichkeit des Ausweichens ungeplanter Begegnungen. Der blanke Horror. Aber keine Angst! Die Antwort auf all diese Probleme ist längst gefunden und heisst: Augmented Reality --> erweiterte Realität!

Als virtueller Avatar braucht es nur einen Klick und schon sitzt man mit seinen besten Online-Freunden in gemütlicher Cyberatmosphäre zusammen und das ganz ohne das Haus verlassen zu müssen.
Die erste Plattform hierfür? Facebook-Spaces! Die Betaversion läuft gerade an und erfreut sich reger Beteiligung. Für das volle Erlebnis braucht man bisher natürlich auch die richtige Hardware (Oculus Rift?). Aber auch ohne wird man bald nicht mehr ausgeschlossen werden.

So viel zur Nutzer-Seite, aber was bedeutet diese Trendwende für Unternehmen? Natürlich eine neue Spielwiese für das Marketing!

Es beginnt mit Live-Videos, die man bereits von den üblichen Plattformen kennt. Warum diese so besonders sein sollen? Ganz einfach: Bei Live-Übertragungen hat man die Möglichkeit direkt und in Echtzeit mit seinen Zuschauern zu interagieren. Statistiken belegen zudem, dass das Publikum bei Live-Schaltungen gezielt nach einem Engagement mit dem Sender sucht, was natürlich nichts anderes bedeutet, als das hier ein echtes Interesse bekundet wird. Das lässt das Herz eines jeden Marketers gleich höher schlagen, oder nicht? 

Der nächste Schritt wird dann wohl auch nicht lange auf sich warten lassen und so werden Unternehmen, personifiziert als Avatare, mit Anspruchsgruppen in der virtuellen Realtität interagieren können und das ganz nah! Quasi Live-Videos als virtuelles Theaterstück und wir alle haben die Hauptrolle.

Wie das ganze dann tatsächlich aussehen wird, darüber lässt sich bisher nur spekulieren... Dass es aber kommen wird, steht ausser Frage!