Facebook & Instagram zeigen Nutzungszeit an

Seit Kurzem stellen die beiden Plattformen ihren Nutzern Features zur Verfügung, die es ermöglichen die eigene Nutzungsdauer zu überwachen und notfalls zu beschränken. Heißt das, dass wir alle in Zukunft viel weniger surfen werden? Und was denkt sich die Mutter aller sozialen Netzwerke dabei?

Facebook und Instagram reagieren auf eine aktuelle Diskussion…

… und nutzen diese für ihre soziale Imagepflege. Doch warum eigentlich? Studien belegen, dass gerade die jüngste User-Generation, die mit dem Smartphone in der Hand zur Welt gekommen ist, sich inzwischen vor einer digitalen Überflutung fürchtet. Aber selbst Rentner, für die Social Media Plattformen lange »Neuland« war, verbringen heute einen Großteil ihrer Zeit auf Facebook, Instagram und Co. Ganz besonders Menschen, die gern prokrastinieren, also wichtige Dinge aufschieben anstatt sie sofort zu erledigen, sind anfällig dafür ‘mal eben’ einen Blick auf ihre Timeline zu werfen. Und dann werden stundenlang süße Katzenbilder gelikt. Dieser Umgang mit sozialen Netzwerken ist alles andere als sinnvoll. Und er ist meist auch alles andere als sozial. Anstatt nämlich mit Menschen zu kommunizieren, konsumieren wir maßlos nutzlose Inhalte.

Die Folgen dieser ausufernden Nutzung werden derzeit weltweit diskutiert – und darauf müssen die kritisierten Anbieter reagieren. Facebook und seine Tochter Instagram stellen daher ihren Usern Features bereit, die es ermöglichen die eigene Nutzungszeit zu kontrollieren oder sogar bewusst zu beschränken. Ameet Ranadive, der als Instagram-Manager eine Erklärung abgab, formulierte es so, dass User die Möglichkeit bekommen sollen, achtsam und bewusst über ihren Social-Media-Konsum zu entscheiden. Damit setzen die Portale auf Transparenz und Eigenverantwortung. Oder schieben sie die Verantwortung einfach auf die Nutzer ab?

Bestimmen wirklich die User über die Nutzungsdauer?

Ganz besonders die Branchenriesen sind bekannt dafür, dass sie mit psychologischen Tricks arbeiten, um Nutzer möglichst lange auf ihren Seiten zu halten. Algorithmen arbeiten rund um die Uhr daran, den Content auszuwählen und anzuzeigen, den ein User als relevant empfindet und der ihm einen Klick wert ist. Die Praxis sieht leider oft anders aus: Blasenbildung, Fake-News und extrem einseitige Informationen sind die Folge. Oft surfen wir stundenlang auf der Jagd nach Informationen, die uns wirklich interessieren. Eine Instagramorgie fühlt sich manchmal so an wie eine Tüte Chips gegen Hunger: Wir haben zwar irgendwas konsumiert, aber satt sind wir nicht. Doch die Flut an Buttons und Benachrichtigungen, die uns immer und überall zum Klicken verführen, machen es verdammt schwer einfach auszusteigen.

Was bedeutet die freiwillige Beschränkung fürs Online-Marketing?

Die gesamte Diskussion weist darauf hin, dass Nutzer sich über sich selbst ärgern, wenn sie Zeit damit verschwenden irrelevante Inhalte zu konsumieren die ihnen gar keinen Mehrwert bieten. Damit gibt sie vor allem auch Marketingspezialisten einen altbekannten, dennoch wertvollen Hinweis: Nur wer Inhalte anbietet, die qualitativ hochwertig sind, Probleme lösen und einen praktischen Nutzen haben, wird sich auch in Zukunft im Newsfeedschungel durchsetzen!